Fronten von Küchenmöbeln
Das Frontenprogramm von Küchenmöbel-Herstellern setzt sich verschiedenen Preisgruppen zusammen, die sich nach dem Fertigungsaufwand der Front richten. Wie kommen diese Preisdifferenzen zustande und wo liegen die Qualitätsunterschiede?
Man unterscheidet: Folie, Lack, Schichtstoff, Massivholz und Edelstahl
Folien
Unter der Folienoberfläche befindet sich das einseitig mit Melaminharz beschichtete MDF-Trägermaterial. Nach dem Formatzuschnitt und den Profilfräsungen werden die Frontrohlinge mit Kleber benetzt und mit der Folie belegt. Durch Erwärmen legt sich die Folie auf den Träger und passt sich an dessen Oberflächenstruktur an.
Wichtigstes Erkennungsmerkmal ist die Kante zwischen der Folie und der Melaminharzrückwand (oft weiß)
Schichtstoff
Schichtstoff (auch Laminat genannt) wird schon seit Jahrzehnten in der Küchenproduktion eingesetzt. Aufgrund seiner besonderen Widerstandsfähigkeit wird es auch für Küchenarbeitsplatten benutzt.
Die Grundlage ist ein mehrfach mit Harzen getränktes Dekorpapier, das schließlich unter 180 Tonnen Druck mit einer Melaminharzoberfläche verpresst wird. Das Frontdekor kann aufgrund seiner extremen Härte später nicht mehr verformt werden. Das sogenannte Postformingverfahren erlaubt die Schichtstoffplatten vor dem verleimen entsprechend zu verformen. Es ist also möglich die Kanten einseitig abzurunden (wie die Rundung der vorderen Arbeitsplattenkante).
Physikalische und Chemische Eigenschaften:
Der Schmelzpunkt von Melamin liegt bei etwa 350° Celsius. [ mehr ]
Verarbeitete Fronten sind bis zu 230°C hitzebeständig und resistent gegen viele Säuren und Laugen, schnittfest
und UV-echt.
Wenn die Küchenmöbel starken Belastungen ausgesetzt werden, sind Schichtstoffoberflächen die erste Wahl.
Lackfronten
Ähnlich wie bei der Folienfront wird bei lackierten Küchenfronten ein MDF-Träger verwendet. Dieser wird vor dem Lackieren in die entsprechende Form gebracht und mit einer Grundierung vorbehandelt.
Lackfronten werden 6-seitig fugenlos lackiert und sind daher mit einem Blick auf die Frontenrückseite gut von Folienfronten zu unterscheiden. Der Lack ist widerstandsfähig gegen Wasser, Chemikalien und Abrieb.
Normalerweise wird bei Möbelfronten anstelle von Autolack (Acryl- oder Wasservasis) sogenannter PUR-Lack (Polyurethan-Lack) verwendet. Nach mehrfachem Lackaufbau wird die glasharte Oberfläche auf Hochglanz poliert.

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